17.05. 

Die Bedeutung und Implikationen

von Träumen aus Sicht

des tibetischen Heilwissens

 

 

 18.-19.05.

Diagnose und Behandlung von

Stress, Depression und Burn-Out

aus Sicht der

Traditionellen Tibetischen Medizin

Karma Chang Chub Choephel Ling

Liebe DharmafreundInnen und -Interessierte,

Mittlerweile hat sich ergeben, dass Tulku Damchö Rinpotsche unser Zentrum im Herbst wieder besuchen wird. Auf vielfachen Wunsch wird er noch einmal die Medizinbuddha-Einweihung übertragen und Unterweisungen zur Meditation auf den Medizinbuddha geben, vorraussichtlich am Dienstag, 17. September und/oder Mittwoch, 18. September.

Herzliche Grüße, Dorothea   


Diagnose und Behandlung von Stress, Depression und Burn-out
aus der Perspektive der Traditionellen Tibetischen Medizin

mit dem tibetischen Arzt Amjee Namgyal Phunrab

Freitag, 18. Mai – Sonntag, 20. Mai 2019

Die Traditionelle Tibetische Medizin ist ein ganzheitliches Heilsystem, das in seiner umfassenden Weisheitstradition schon seit mehreren tau-send Jahren besteht. Es nutzt sehr effektive Diagnose- und Therapie-methoden, z.B. Pulsdiagnose, unterschiedliche Formen von Verhaltens-therapie, Ernährung, spezielle Kräutermedizin und ergänzende medizi-nische Anwendungen. Amjee-la wird an diesem Wochenende über die Ursachen von und Bedingungen für Stress, Depression und Burn-Out aus Sicht der TTM sprechen und insbesondere auf unterschiedliche Behandlungsformen eingehen, mit deren Hilfe man diesem Ungleichgewicht von Körper und Geist entgegen wirken kann. Die Teilnehmer werden Gelegenheit haben, sich in der Anwendung dieser Methoden zu üben, die auf ein-fache und mitfühlende Weise in den Alltag integriert werden können.
Beginnen wird der Kurs am Freitag, 17. Mai mit einem Abend-vortrag zum Thema: Die Bedeutung von Träumen aus Sicht des tibetischen HeilwissensNach dem Studium der Botanik und alterna-tiver Heilformen wandte sich Amjee Nam-gyal Phunrab der Tibetischen Medizin zu und studierte schließlich viele Jahre lang bei Dr. Tenzin Choedrak, dem Leibarzt S.H., des Dalai Lama, am Men-Tsee-Khang Institut in Dharamsala. Er führte auch vergleichende Studien zum westlichen und tibetischen medizinischen System durch und erhielt viele Auszeichnungen für seine Arbeiten. Heute leitet Amjee Namgyal den Choyang Tibetan Healing Trust in Mysore, Karnataka, Indien. Sein Schwerpunkt ist die medizinische Versorgung der dort ansässigen tibetischen Bevölkerung mit vorzugsweise traditioneller tibetischer Medizin. Darüber hinaus engagieren sich Dr. Namgyal und seine Frau Tsering Yangchen für soziale Projekte.

Weitere Informationen zu Amjee-la unter www.choyang-tibet-help.com

Freitag, 17. Mai 2019 20.00 – 22.00 Uhr, Abendvortrag

Samstag, 18. Mai 2019 10.00 -12.30 Uhr, 15.00 - 17.30 Uhr

Sonntag, 19. Mai 2019 10.00 – 13.00 Uhr

Kosten für den Abendvortrag: 15,- Euro (bzw. 12,- Euro ermäßigt)Kosten für den Gesamtkurs: 70,- Euro (bzw. 56,- Euro ermäßigt) 

 


 

Ansprache Seiner Heiligkeit, des XVII. Gyalwang Karmapa


anlässlich des 36. Kagyü Mönlam in Bodh Gaya 2019


Zuerst möchte ich alle, die sich hier für das 36. Kagyü Mönlam versammelt haben, mit einem Tashi Delek herzlichst willkommen heißen: den großen Regenten aller Siegreichen, Goshir Gyaltsab Rinpoche, Kyabje Yongey Mingyur Rinpoche sowie all die anderen Tulkus, Khenpos, Acharyas, spirituellen Freunde, alle Mönche und Nonnen aus den verschiedenen Klöstern und all die treuen Laien-Praktizierenden aus der ganzen Welt.

Die hauptsächlichen Sponsoren des diesjährigen Kagyü Gebetsfestes sind eine Gruppe von Laien-Praktizierenden und Ordinierten aus der Nyishang-Region in Nepal. Wir sind uns alle der Bedeutung dieses Platzes bewusst. Einer der Schüler von Jetsün Milarepa, der Jäger Kira Gönpo Dorje war von dort. Seit dieser Zeit hat die Region Nyishang eine ungewöhnliche und kostbare Verbindung mit der Kagyü Linie. Ich habe auch einen Pilgerreiseführer für Nepal vom Sechsten Shamar gesehen. Als er durch Nepal reiste, kam er durch die Nyishang Region und lobte die Einheimischen dort sehr, sie hätten großes Vertrauen in den Dharma und seien grundsätzlich freundlich und von Gutmütigkeit geprägt sind. Und was mich persönlich betrifft, als ich 1999 aus Tibet ausreiste, kam ich durch Nyishang. Dort gibt es einen Bergpass, der Torang genannt wird. Er ist sehr hoch und sehr steil. So einen Gipfel von einem Bergpass hatte ich noch nie erlebt. Es war sehr schwer, ihn zu überqueren. Diese Erfahrung ließ in mir einen sehr starken Eindruck und Liebe für Nyishang entstehen.
Ihr Sponsoren habt nicht nur Geld und viele materielle Dinge gegeben, sondern auch mit Eurem Körper und Eurer Sprache so sehr geholfen: Tee serviert, die Sitzmatten auf und abgeräumt, gefegt, geputzt und viele andere Aktivitäten ausgeführt. Ihr habt wirklich sehr hart gearbeitet und vollsten Einsatz bei größeren und kleineren Aufgaben gegeben. Ihr wart Sponsoren nicht nur dem Namen nach, sondern im wahrsten Sinne des Wortes und alles verlief wunderbar.



So kam der Gedanke in mir auf, dass auch andere Menschen aus den Himalaya-Regionen von Eurem Beispiel lernen könnten. Zum Beispiel gibt es in Sikkim verschiedene Regionen mit unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. Vielleicht können und möchten auch sie in der Zukunft die Sponsoren für ein Kagyü Mönlam sein? Das wäre doch wunderbar, nicht wahr? Ebenso gibt es die Bhutanesen und in Nepal die Menschen von Dolpo, Nubri, Tsun und so weiter. Wenn es Euch möglich ist, denke ich, wäre es sehr gut, wenn Ihr auch so (wie die Laienpraktizierenden und Ordinierten aus Nyishang) handeln würdet. Wir sind schon seit vielen Generationen miteinander verbunden und wenn Ihr diese Gelegenheit nutzt, für das Kagyü Mönlam tätig zu sein, denke ich, dass dies ein wichtiger Bestandteil Eurer Geschichte werden könnte.

Für das diesjährige Gebetsfest bat ich Chamgon Situ Rinpoche persönlich, definitiv zu kommen, aber Rinpoche war es nicht möglich, am Mönlam teilzunehmen. Und so ersuchte ich Goshir Gyaltsab Rinpoche, wieder zu kommen und als Oberhaupt der Versammlung tätig zu werden, wie bereits letztes Jahr. Rinpoche hat nicht nur diesem Wunsch zugestimmt, sondern gewährte auch während des Vor-Programms des Mönlams die tiefgründige Torma-Ermächtigung von Chenrezig - die fünf Gottheiten des Gyalwa Gyamtso. Während des eigentlichen Mönlams gab er tiefgehende Unterweisungen über die Geistesübung in Sieben Punkten. Rinpoche hat wirklich sehr hart für uns gearbeitet. Im Namen aller Kagyüpas und vor allem im Namen aller, die am Kagyü Mönlam teilnahmen, möchte ich ihm für seine große Freundlichkeit danken.

Ein weiterer glücklicher Aspekt dieses Gebetsfestes war, dass die erhabene Reinkarnation, der höchste Tulku Sangye Nyenpa Rinpoche, im Vorprogramm des Kagyü Mönlams tiefgründige Belehrungen zum Ganges Mahamudra gewährte. Ich bin Rinpoche sehr dankbar, dass er meine Hoffnungen genauso erfüllte, wie ich sie ihm gegenüber zum Ausdruck gebracht hatte.

In Bezug auf das Dharma ist das Kagyü Mönlam wahrhaftig eines der wichtigsten Ereignisse unseres Jahres. Und nun konnte ich bereits zweimal nicht kommen - das ist schon ziemlich bemerkenswert. Ich möchte deshalb diese Gelegenheit nutzen, mich bei Euch allen dafür zu entschuldigen.

Eigentlich war für Ende November letzten Jahres ein großes Treffen in Dharamsala vorgesehen, zu dem die Linienhalter der verschiedenen tibetisch-buddhistischen Schulen nachdrücklich eingeladen waren. Ich wünschte mir sehr, daran teilzunehmen. Aber schon vor diesem Termin, im Oktober, wollte ich gerne nach Indien reisen, vor der Fahrt nach Kanada. Ich wünschte sehr, Seine Heiligkeit, den Dalai Lama zu treffen, da ich ihn eine so lange Zeit nicht mehr gesehen hatte. Ich wollte auch einige Mitglieder der indischen Regierung treffen und einiges mit ihnen besprechen. Es war mein Wunsch, dorthin zu gehen. Aber wie Ihr alle wisst, habe ich einen neuen Pass. Sobald ich ihn bekommen hatte, wurde mein altes Dokument - das I.C.- ungültig. Daher ging ich sofort zur indischen Botschaft in New York, um das alte I.C. Dokument abzugeben und fragte, ob sie mir bitte ein Visum in meinem neuen Reisepass gewähren würden. Aber die Beamten sagten, dass sie nicht dazu autorisiert seien und dass sie in den Behörden in Delhi nachfragen müssten. Es gab viel hin und her, was einige Zeit in Anspruch nahm, und letztendlich konnte ich diese Dinge nicht erledigen.

Danach sollte ich nach Kanada reisen, aber auch das war mir nicht möglich. Dennoch dachte ich, dass ich unbedingt an diesem Treffen der Linienhalter teilnehmen sollte. Am Ende wurde es verschoben, da das Oberhaupt der Nyingma Schule, Katok Getse Rinpoche, verstarb. Die Pass-Angelegenheit ist weiterhin nicht geklärt. So dachte ich nun, all dies beiseite zu legen und es eine Weile ruhen zu lassen. Ich fühlte mich körperlich nicht gut und wollte etwas ausruhen und einige Zeit Retreat machen. Ich dachte, es wäre gut, nichts zu übereilen, was den Pass betrifft, sondern eher vorsichtig daran zu arbeiten. Nun konnte ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht zurückkommen, aber wir führen die Verhandlungen mit der indischen Regierung fort. Ich hoffe, so schnell wie möglich nach Indien zurückkehren zu können, um Euch alle wiederzusehen.

Am letzten Tag des Mönlams gibt es die Tradition einer speziellen Ansprache. Auch wenn ich eigentlich nichts Besonderes mitzuteilen habe, möchte ich Euch doch Mut zusprechen. Seit 2004 war es hauptsächlich meine Aufgabe, das Mönlam zu betreuen. Es sind nun mehr als zehn Jahre vergangen und es gab viele Veränderungen auf verschiedenen Ebenen. Ich denke, dass sich Vieles zum Besseren gewandelt hat. Als wichtigste Umstellung betrachte ich die in Bezug auf das Benehmen und die Verhaltensweisen der klösterlichen Gemeinschaft.  

So gut wir konnten, haben wir die Vinaya-Lehren des wahren Dharma umgesetzt. Wir haben viel daran gearbeitet, um das Verständnis in diesem Bereich zu erweitern. Ihr kennt alle den Grund dafür. In Tibet, Indien, Nepal, Bhutan und so weiter gibt es viele, die Mönche und Nonnen geworden sind, aber viele von ihnen verstehen nicht wirklich, was damit gemeint ist, Mönch oder Nonne zu sein. Um dem Namen eines Mönches oder einer Nonne gerecht zu werden, müssen wir zuerst die innere Bedeutung der Ordination verstehen. Aus diesen Grund haben wir gar keine andere Wahl, als unsere Ordinierten darüber aufzuklären.
Insbesondere denken viele, dass nach der Ordination oder entsprechend dem Vinaya viele Handlungen verboten sind, die gewöhnlichen Menschen erlaubt sind. Sie denken, dass nun vieles nicht mehr erlaubt ist – als handele es sich um ein Bündel von Regeln. Aber die Ordinationsgelübde bestehen nicht nur aus Regeln oder einer Liste von Dingen, die uns erlaubt sind oder nicht mehr erlaubt sind. Viel wichtiger ist, dass man aus dem tiefsten Inneren die Befreiung anstrebt und in sich den Wunsch entstehen lässt, dem weltlichen Leben zu entsagen. Diese Entsagung und Sehnsucht nach Befreiung ist das Allerwichtigste. Sie sollte ganz natürlich in uns entstehen, nicht künstlich erzeugt werden. Das ist mit „ungekünstelt“ gemeint. Wenn Entsagung in dieser Weise in uns entsteht, haben wir “das ethische Verhalten der Entsagung“ oder „vollkommen reine Gelübde“. Ohne diese natürlich entstandene Entsagung haben wir keine „vollkommen reinen Gelübde“ und auch nicht das reine ethische Verhaltens eines Menschen, der dem weltlichen Leben entsagt. Aus diesen Grund sind die Gelübde einer Ordination nicht nur eine Art äußeres Ritual für den Körper und die Rede. In Wahrheit ist der Wesenskern der inneren Bedeutung eine Geisteshaltung, die nach Befreiung strebt und nicht künstlich, sondern wahrlich im eigenen Geistesstrom entsteht.

Es gibt eine Belehrung des spirituellen Freundes aus der Kadampa(-Tradition), Potowa, in der er sagt, dass er die Novizen- und die volle Ordination zunächst von einem Abt erhielt. Aber erst später, als er dem alten Shramana aus Ratreng folgte, erhielt er die wirklichen Gelübde der Ordination – also durch einen Laien. Denn dieser alte Shramana von Ratreng ist Dromtönpa – ein Laie und Haushälter. Was meinte Potowa mit seiner Aussage? Durch die Freundlichkeit von Dromtönpa entstand in ihm der Geist der Entsagung und auf dieser Grundlage empfängt man die wahren Gelübde, die vollkommen reinen Gelübde, das ethische Verhalten des Gelübdes der Entsagung. Die Gelübde, die er zuvor erhielt, hatten nur den äußeren Anschein von Gelübden. Die innere Essenz der Gelübde hatte er nicht empfangen, die Lebenskraft der Gelübde. Dies illustriert einen sehr wichtigen und kritischen Punkt. Die Gelübde werden nicht durch die äußere Form empfangen; was wir wirklich brauchen, um die wahren Gelübde zu erhalten, kommt aus dieser inneren Essenz.

Nehmt mich zum Beispiel. Bis ich sieben Jahre alt war (nach westlicher Zählweise) lebte ich bei meiner Familie. Sobald ich erkannt wurde, wurde mir von Chamgon Situ Rinpoche und Kyabje Gyaltsab Rinpoche vor der Jowo Statue in Lhasa  zeremoniell das Haar geschnitten. Eigentlich erhält man während der Haarschneidezeremonie die Laiengelübde der dreifachen Zuflucht, welche Teile der Upasaka, der Laiengelübde sind. In dieser Zeit war ich noch sehr jung und verstand nicht wirklich, was mir die Rinpoches da gaben, es war mehr eine Show für die Anwesenden. Aber es waren die Laiengelübde der dreifachen Zuflucht, die ich erhielt, nicht einmal die vollständigen Laiengelübde. Es waren wirklich nur die Gelübde der dreifachen Zuflucht.

Drupon Dechen Rinpoche lebte zu dieser Zeit noch. Er sagte zu mir, da ich der Karmapa bin, sei meine Situation speziell und dass es für mich in Ordnung wäre, die Roben zu tragen. Und so trug ist seit dieser Zeit die Roben, obwohl ich noch keinerlei Ordinationsgelübde hatte.

Nachdem ich in Indien angekommen war, gab mir Kyabje Tenga Rinpoche 2002 einige Ratschläge. Er sagte: „Bis jetzt hast du noch keine Ordinationsgelübde erhalten und es wäre gut, sie jetzt zu nehmen. Zuerst solltest Du die Gelübde der Barma Rabjung, die Zwischenordination nehmen.“ Das war das erste Mal, dass ich von einer Zwischenordination hörte. Da der XVI. Gyalwang Karmapa diese Zwischenordination von S. H., dem Dalai Lama bekommen haben soll, dachte Rinpoche, dass es gut wäre, wenn ich sie auch von Dalai Lama bekommen könnte. Darüberhinaus riet mir Tenga Rinpoche, die Novizengelübde und die vollständige Ordination von Chamgon Situ Rinpoche und Kjabje Gyaltsab Rinpoche zu nehmen, da sie der Kagyü Tradition entsprechen sollten. Wir teilten Chamgon Situ Rinpoche und Kyabje Gyaltsab Rinpoche diesen Rat mit und sie stimmten zu, dass dies sehr gut wäre. Über Lobsang Jinpa, den Sekretär des privaten Büros Seiner Heiligkeit, wurde diesem eine Nachricht geschickt mit der Bitte, mir die Zwischenordination zu gewähren, und mit der Information, dass ich, als Halter der Linie der Gelübde in unserer Kagyü Tradition, die Novizengelübde und die volle Ordination später von Chamgon Situ Rinpoche und Kyabje Gyaltsab Rinpoche nehmen solle. Seine Heiligkeit erhielt die Nachricht und willigte ein.

So gewährte mir Seine Heiligkeit 2002, als ich sechzehn Jahre alt war, die Gelübde der Zwischenordination. Gleichzeitig gab er mir auch die getsul (Novizen-Gelübde) - obwohl wir nur um die Zwischenordination gebeten hatten. Er muss einen speziellen Grund dafür gehabt haben. Obwohl ich also zu dieser Zeit vorhatte, zuerst die Barma Rabjung und danach die Novizen-Ordination von Situ Rinpoche und Gyaltsab Rinpoche zu empfangen, gab mir Seine Heiligkeit beide. Innerhalb unserer Linie wurde darüber diskutiert, wie wichtig es wäre, dass ich die Gelübde innerhalb unserer eigenen Tradition zu empfange und es anders nicht ganz korrekt sei. Aber zu dieser Zeit, wenn ich ganz ehrlich bin, hatte ich den Vinaya noch nicht ausgiebig studiert. Die Gelübde der Zwischenordination entsprechen nicht den eigentlichen Mönchsgelübden. Es ist einfach nur eine Erlaubnis, die Roben zu tragen, das Symbol der religiösen Ordination. Man legt die Laienkleider ab und bekleidet sich mit der symbolischen Robe der Ordination, aber es ist nicht die eigentliche Ordination.

Danach verging viel Zeit, in der ich überlegte, ob ich die Novizen-Gelübde innerhalb der Kagyü Tradition nehmen sollte oder nicht und was ich bezüglich der vollständigen Ordination tun sollte. Dann war ich sehr mit der Arbeit für das Kagyü Mönlam beschäftigt. Als ich den Vinaya studierte und mein Verständnis davon allmählich wuchs, fühlte ich, dass meine vorherige Herangehensweise an die Gelübde nicht ganz korrekt war. Ich dachte, dass ich die Gelübde nicht richtig genommen hatte und dass ich, um sie wirklich in ihrer Reinheit zu erhalten, nochmal ganz von vorne anfangen sollte. Denn wenn man diese Gelübde ganz rein in das eigene Sein aufnehmen möchte, braucht man dafür im Inneren stabile Entsagung und den Wunsch nach Befreiung. Sonst wäre es schwer, die Gelübde stabil einzuhalten. Heutzutage folgen wir meist nur der Tradition, Mönchs- oder Nonnengelübde zu nehmen, aber es ist sehr selten, dass man tief darüber nachdenkt und sich zutiefst aus dem Herzen die Ordination wünscht. Ich nehme an, dass viele sich wundern und darüber reden, warum ich bis jetzt noch keine vollständige Ordination genommen habe. Für mich ist das Wichtigste: wenn Entsagung und der Wunsch nach Befreiung noch nicht wirklich entstanden sind, werden die Novizengelübde und die der vollen Ordination nicht auf dem ethischen Verhalten gründen können, das sich nach Befreiung sehnt. Und dann können sie nicht so leicht zu vollkommen reinem ethischen Verhalten führen - obwohl natürlich auch das bloße Einhalten der Gelübde schon nützlich ist.

Die moderne Zeit ist nicht mit der Vergangenheit zu vergleichen. Die früheren Zeiten der großen Meister waren sehr anders. Heutzutage gibt es viel Fluktuation, viele äußere Entwicklungen und viele äußere und innere Ablenkungen. Nehmt mich als Beispiel, ich kann nicht nur über das Dharma nachdenken, sondern muss mich auch noch mit Politik befassen. Ich treffe viele unterschiedliche Menschen aus verschiedenen Nationalitäten und bin dabei, Dinge aus ganz anderen Bereichen dazuzulernen. Das erzeugt eine große Geschäftigkeit und Ablenkung. Ganz ehrlich, in dieser Situation ist es sehr schwer, eine stabile Entsagung und einen stabilen Wunsch nach Befreiung zu haben. Und ohne diese ist es sehr schwierig, die Gelübde in ihrer Reinheit und Vollständigkeit zu halten. So versuche ich nun, eine stabile Entsagung in meinem Wesen zu entwickeln. Ich versuche, ein bestimmtes Maß wahrer Entsagung hervorzubringen - es ist schwer, einen wirklich hohen Grad zu erreichen -, aber wenn ich ein bestimmtes Maß erreichen kann, dann kann ich auch die Gelübde der individuellen Befreiung vollständig erhalten. Wenn ich dann zum Zeitpunkt des Todes, unterstützt durch den Halt der Ordination sterbe, werde ich mich sehr gelassen und sicher fühlen. Das ist meine große Hoffnung für mich selbst und der Grund, warum die Dinge so sind wie sie bis zum jetzigen Zeitpunkt sind.

Kurz, was ich hier hauptsächlich betonen möchte, ist die Wichtigkeit der Praxis der drei grundlegenden Rituale. Generell wird in den Vinayatexten viel über Rituale gesprochen und diese drei grundlegenden werden als essentiell betrachtet. Vor einiger Zeit dachte ich, dass es wunderbar wäre, wenn wir diese korrekt und gut ausüben könnten. Ich habe darüber gründlich geforscht. Zurzeit wäre es in unseren verschiedenen Klöstern sehr schwierig, die notwendigen Bedingungen dafür zusammen zu bringen, um die Rituale vollständig durchzuführen. Wenn es eine Institution gäbe, die nur auf den Vinaya ausgerichtet ist und wenn dort nur hundert Mönche lebten, die sich aus tiefem Herzen im Vinaya üben, dann könnten wir es vielleicht angehen. Aber in den derzeitigen Klöstern wäre es schwer, die drei grundlegenden Praktiken in vollkommener Weise auszuüben.

Wenn wir uns den Ursprungstext betrachten, sehen wir nur all das, was wir nicht korrekt tun und nicht viele Beispiele für das, was wir richtig machen. Einerseits muss es so sein, dass es eine große Lücke gibt zwischen dem, was wir erhoffen und dem, wie die Dinge tatsächlich sind. Wir können uns wünschen, was immer wir wollen, das heißt aber nicht, dass sich dies auch wirklich so manifestieren wird. Wir können unser Bestes tun, aber manchmal scheinen unsere Wünsche und die Realität der Situationen immer weiter auseinander zu driften. Solche Schwierigkeiten erleben wir manchmal. Aber wenn es Vinaya-Klöster gäbe, wo der Vinaya wie in der Vergangenheit praktiziert würde, könnte die Tradition der Gelübde sich verbreiten und die drei Fundamente könnten ausgezeichnet und vollständig praktiziert werden. Das wäre eigentlich unentbehrlich. Früher gab es solche Vinaya-Klöster in Tibet. Auch in chinesischen Geschichten sehen wir, dass dies so war. Der Grund, warum ich Euch das mitteile, ist, dass wir uns bemüht haben, das Verhalten und die Rituale des Vinaya zu einem wichtigen Bestandteil des Mönlams werden zu lassen. Ich möchte Euch dazu ermutigen, Euch hier weiterhin große Mühe zu geben, denn das rechte Verhalten und ein wachsendes Verständnis davon sind die hauptsächlichen Voraussetzungen dafür, dass das Gebetsfest gut verläuft. Es wird gesagt, dass der Bhagavan Buddha kein einziges Verhalten vorschreibt, was wir nicht durchführen könnten. Es liegt an der Person selbst, ob sie es einhält oder nicht.

Der zweite Punkt, über den ich sprechen möchte, bezieht sich auf einige andere wichtige Ereignisse des vergangenen Jahres: Das ist meine Anfrage wegen eines Treffens mit Gyalwa Thaye Dorje. Darüber wurde viel berichtet und später hatte ich die Möglichkeit, klar zu stellen, was geschehen war. Ich möchte die Gelegenheit jetzt nutzen, um mehr darüber zu sagen. Der hauptsächliche Zweck dieses Treffen war einzig und allein, den Lehren und den Lebewesen zu nutzen. Das ist immer das Ziel meiner Aktivitäten. Generell sagen die Leute, dass ich Karmapa, ein Buddha, Bodhisattwa sei. Sie sagen, was sie sagen, aber wenn ich mich selbst betrachte, ist alles, was ich sehe, nur eine ganz gewöhnliche Person mit Belastungen und Fehlern, und nicht jemand, der frei von Fehlern ist und ausgestattet mit allen erdenklichen Qualitäten, wie andere denken.
Auf jeden Fall hat mein Wunsch, nützlich für die Lehren und die Lebewesen zu sein, niemals abgenommen und allermindestens bete und wünsche ich, dass ich nicht nur in diesem Leben, sondern in all meinen Leben den Lehren und Lebewesen dienen kann.

Ich habe nicht das Vertrauen oder eine Grundlage dafür, anzunehmen, dass ich in der Zukunft in einem reinen Bereich geboren werde. Aber ob ich nun in den höheren Bereichen als Gott oder Mensch oder in den niederen Bereichen als Pferd, Esel oder was auch immer geboren werde, möge ich mich mit Vertrauen und Hingabe an die Drei Juwelen erinnern und mein Mitgefühl für alle Lebewesen, die einst meine Eltern waren, niemals vergessen.

Auf Grund von gutem Karma, das ich in der Vergangenheit angesammelt habe, konnte ich in diesen Leben Geburt annehmen als Diener der Lehren der Kagyü-Linie, der Schützer aller Lebewesen. In gleicher Weise war es mir möglich, den Segen der Linie der mächtigen Karmapas zu erhalten. Deswegen habe ich immer den Gedanken, dass wir niemals zulassen dürfen, dass der Segen des Ozeans der großen Kagyü Siddhas geschwächt wird und dass wir immer den Namen des Buddha Karmapa im Herzen halten in all unseren Leben und ihn niemals vergessen. Bitte betet alle dafür, dass wir das vollbringen können.

Zur Zeit bin ich im Retreat und nur ganz wenige sind bei mir. Mein Körper und Geist sind nicht wie früher; ich bin in einer Phase, in der ich mich traurig und entmutigt fühle. Insbesondere Gedanken an Tod und Unbeständigkeit kommen sehr stark in mir auf. Aus der Perspektive eines Praktizierenden ist das Entwickeln des Bewusstseins für Tod und Vergänglichkeit vielleicht gut. Aber in anderer Hinsicht geschieht dies, wenn es mir körperlich oder geistig nicht gut geht. Ich kann das nicht genau erklären.

Für lange Zeit hat niemand viel darüber gehört, was ich mache und es kursieren sehr viele Gerüchte und Geschichten nach Hörensagen darüber. Wir sind alle gleich. Egal, wer wir sind, die Leute sagen allerlei Dinge über uns; sie missverstehen oder erfinden etwas. In meinem Leben hat es das oft gegeben, von der Zeit an, als ich klein war, bis jetzt. Solche Situationen passieren uns allen, oft. Aber da unser eigener Geist vor uns selbst nicht verborgen ist, ist das Wesentliche, dass wir selbst wissen, wer wir sind und es ist wichtig, dass wir an uns selbst glauben. Was mich angeht, wie ich zuvor schon sagte, bin ich entschlossen, mich weiterhin für den Buddhismus und die Lebewesen einzusetzen.

Um zum Abschluss zu kommen: das 36. Kagyü Mönlam ist sehr gut verlaufen, es war ausgezeichnet am Anfang, ausgezeichnet in der Mitte und ausgezeichnet am Ende.

Das ist hauptsächlich der Freundlichkeit von Goshir Gyaltsap Rinpoche, von allen Lamas, Tulkus und dem Ozean der Sangha zu verdanken, Ich möchte mich bei Euch allen bedanken. Ich bete, dass ich zum 37. Kagyü Mönlam kommen und mit Körper, Rede und Geist dienen kann. Danke an Euch alle.




English Version

First, I would like to welcome and extend Tashi Delek to all of you who have gathered for the 36th Kagyu Monlam: the great regent of all the victors, Goshir Gyaltsab Rinpoche, Kyabje Yongey Mingyur Rinpoche, the other tulkus, khenpos, acharyas, spiritual friends, all the monks and nuns from the various monasteries, and all the faithful lay people from all over the world.
Further, this year, the principal sponsors of the Monlam are a group of lay people and monastics from the Nyeshang region of Nepal. We are all aware of this place in Nepal. At the time of Jetsun Milarepa, one of his disciples, the hunter Kira Gonpo Dorje, was from there. From that time forward, Nyeshang has had an uncommon and noble connection with the Kagyu. Further, I have seen a pilgrimage guide for Nepal by the Sixth Shamar. When he traveled in Nepal, he went through Nyeshang and highly praised the people of that region as having great faith in the Dharma, being kind-hearted and generally very good. And for me personally, when I was traveling from Tibet in 1999, I came through Nyeshang. There is a mountain pass there called To-rang. It is very high and very steep. The top is like no pass I have experienced, and it was very difficult to cross. Based on this, I have a very strong impression of and love for Nyeshang. Not only have all of you sponsors offered money and many physical things, you have also served with your bodies and speech--serving tea, moving and carrying mats and other things, sweeping, cleaning, and so forth. You have worked really hard, serving in many greater and lesser roles. So you have been sponsors in both name and in actuality, and all has all gone very well.

It occurred to me that other people of the Himalayan region could learn from your example. For instance, there are the various peoples of Sikkim. Maybe in the future all of you could be the sponsors for the Kagyu Monlam—doing that work would be very good, right? Likewise, there are the Bhutanese; in Nepal there are the people of Dolpo, Nubri, Tsum, and so forth. If you people from these places have the ability, I think it would be good if you could also do likewise. We all have been connected for generations and if you take the opportunity to serve the Kagyu Monlam, I think it could be a significant event in the histories of your people.
For this year’s Kagyu Monlam, I personally requested Chamgon Situ Rinpoche to definitely come, but in the end, Rinpoche was not able to attend. And so I supplicated Goshir Gyaltsab Rinpoche to again come and serve as the head of the assembly, just as he did last year. Not only did Rinpoche agree to this, but also during the pre-Monlam program, he granted the profound torma empowerment of Chenrezig, the Five Deities of Gyalwa Gyatso. Then during the actual Monlam, he bestowed deep teachings on The Seven Points of Mind Training. Rinpoche worked very hard for all of us. So on behalf of all the Kagyupas and principally all of those who attended Kagyu Monlam, I want to thank Rinpoche for his great kindness.

Another fortunate aspect of this Kagyu Monlam was having the exalted reincarnation of the supreme tulku Sangye Nyenpa Rinpoche granting profound teachings on The Ganges Mahamudra during the pre-Monlam program. I am very grateful to Rinpoche for fulfilling my hopes just as I had expressed them.
In truth, in terms of the Dharma, the Kagyu Monlam is one of the most important events of our year. And now twice, I have not been able to come—this is quite noteworthy. Therefore, I want to take this opportunity to apologize to all of you. At the end of November last year, there was a great meeting planned in Dharamsala, which the leaders of the various lineages were insistently called to attend. I had a great wish to do so. But before this, in October, I had thought that I would quickly travel to India before going to Canada. I wanted to meet His Holiness the Dalai Lama as I hadn’t seen him for a long time. I also wanted to meet and discuss some things with members of the Indian Government. It was my wish to go. But, as all of you know, I have a new passport. Once I got the new one, my old document—the I.C.—became invalidated. As that was the case, as soon as I got the new passport, I went to the Indian embassy in New York to turn the I.C. in. I went there and told them I needed to turn in the old travel document, and I further requested them to grant me a visa in my new passport. But the officials there said that they were not authorized to do so and needed to speak with the offices in Delhi about it. There was a lot of back and forth, which took a bit of time, and in the end, I could not get these things done.
After this, I was supposed to go to Canada, but I was unable to. Still, I thought that I should attend the meeting of the heads of the lineages. In the end, this meeting was postponed due to the passing of the head of the Nyingma lineage, Katok Getse Rinpoche. All the work around the passport was not being resolved, so I thought to set it aside and rest for a while. I wasn’t feeling that well physically and thought to relax and do some retreat. I thought it would be good to not rush things around the passport, but to work on it carefully. Up to this point, I have not been able to return, but we continue our conversations with the Indian government. I hope to return to India just as quickly as I can to see you all.
It is customary to have a special address on the last day of the Monlam. Though I don’t have anything special to share, I would like to encourage all of you. I have had the actual task of supervising the Monlam since 2004. Thus far, more than ten years have passed, and many things have changed on many fronts. I think there have been many positive changes, many alterations for the better. I consider the most important adaptation to be those concerning the behavior and conduct of the monastics.
As best we can, we have put into practice the Vinaya teachings of the true Dharma. We have done a lot of work to increase understanding in this area. You all know the reason for this. There are many who become monks and nuns in Tibet, India, Nepal, Bhutan and so forth, but of those who do so, not many understand well what it means to be a monk or what it means to be a nun. In order to live up to the name of being a monk or nun, we first need to understand what it means to be a monk or nun. For that reason, there’s no choice but to inform our monastics about this.
Especially, many think that after ordination or according to the Vinaya, there are many things that ordinary people are allowed to do that monastics can no longer do. They think there are many things that are not allowed—that it is like a bunch of rules. But really, the vows of ordination are not just rules or a list of things we are allowed or not allowed to do. What is more important is that it is desiring or striving for liberation or having renunciation. This renunciation or longing for emancipation is very important. And it should also be unfabricated, meaning that one shouldn’t need to try to generate it—it should arise naturally from within. When it’s like that, we call it unfabricated. If it arises in an unfabricated way in our being, we will have what we call “the ethical conduct of renunciation” or “perfectly pure vows.” If we don’t give rise to this, we won’t have “perfectly pure vows” or “the ethical conduct of renunciation.” For this reason, the vows of ordination are not just an outer form or a ritual of body and speech. In truth, the essence of the inner meaning is the generation of this mind that strives for liberation and the mind of unfabricated renunciation or wishing for emancipation
There is a teaching of the Kadampa spiritual friend Potowa where he said that first he received novice and full ordination from an abbot. But it was later, when following the old Shramana of Ratreng, that he really received the vows of ordination. Now, this old Shramana of Ratreng is Dromtönpa. Dromtönpa was a lay person, a householder. So he actually received the novice and full monastic vows i from a lay person. What did he mean by that? It was based on the kindness of Dromtönpa that he generated the mind of renunciation, and it’s based on generating this mind of renunciation that one receives the true vows, the perfectly pure vows, the ethical conduct of the vow of renunciation. The vows that he received before were just an outer appearance of receiving the vows, he had not received the inner essence of the vows, the life-force of the vows. This illustrates a very important critical point. The vows are not received merely through the outer form; what we really need in order to receive the true vows comes from having this inner essence.
Take me for example. Until I was seven (in the Western way of counting) I stayed with my family. Once I was recognized, in the presence of the Jowo statue in Lhasa, Chamgon Situ Rinpoche and Kyabje Gyaltsab Rinpoche ceremonially cut my hair. In truth, during the hair cutting ceremony, one receives the lay vow of threefold refuge—it’s part of the upasaka or lay vows. At that time, I was very young, and didn’t really understand what it was that the two Rinpoches were giving me—it was more like a show for those gathered. But it was the lay vow of threefold refuge. So I had not received anything but the lay vows, and I didn’t even receive the full lay vows either, it was really just the threefold refuge vow. Drupon Dechen Rinpoche was alive at that time. He told me that since I was the Karmapa, my situation was special, and that it would be okay for me to wear monks’ robes. So from that time forward, I wore the robes, even though I did not have any ordination vows.
After I had come to India, in 2002, Kyabje Tenga Rinpoche gave me some advice. He said, “Up to now, you have not received any vows of ordination, and it would be good if you did so. The first vow you should take is barma rabjung—intermediate ordination.” That was the first I had heard of intermediate ordination. It is said that the 16th Gyalwang Karmapa received this intermediate ordination from the HH the Dalai Lama, so Rinpoche thought that it would be good if I received it from the Dalai Lama. Tenga Rinpoche further advised that it would be good for me to receive the vows of novice and full ordination from Chamgon Situ Rinpoche and Kyabje Gyaltsab Rinpoche since I should receive the vows according to our Kagyu tradition. We shared this advice and thinking with Chamgon Situ Rinpoche and Kyabje Gyaltsab Rinpoche, and they agreed that it was very good. A message was sent through Lobsang Jinpa, the secretary of His Holiness’ Private Office, to His Holiness requesting him to grant the vows of intermediate ordination, explaining that since I had to uphold the lineage of the vows of our Kagyu tradition, there was a plan for me to receive the vows of novice and full ordination from Chamgon Situ Rinpoche and Kyabje Gyaltsab Rinpoche in the future. His Holiness received the message and consented.
In 2002, when I was 16, His Holiness granted me the vow of intermediate ordination. And on the day when he did so, he gave me both the vow of intermediate ordination and getsul [novice monks vows] at that same time. Our request was only for the intermediate ordination, but he gave me both ordinations. He must have had a special reason for doing so. Though at the time, my thought was to first receive the intermediate ordination and to later receive novice ordination from Situ Rinpoche and Gyaltsab Rinpoche, His Holiness gave me both. There was some talk within our lineage of the importance of my taking the vows according to our own tradition and that it wouldn’t be quite right to do otherwise. But at that time, to be honest, I hadn’t studied the Vinaya much. In actuality, the vow of intermediate ordination is not the actual monastic ordination. It is really just permission to wear the robes, the symbol of religious ordination. One sets aside the clothes of a layperson and takes up the symbolic robes of ordination, but it is not actual ordination.
After this, much time passed while I was wondering whether I should receive the novice vows according to our Kagyu tradition or not and what to do about full ordination. Further, I also became very busy with the work of Kagyu Monlam. As I studied the Vinaya and my understanding of it gradually increased, I felt like my former way of approaching vows was not quite correct. I thought my previous manner of taking them was not right, and that if I really wanted to receive the vows in a pure way, I should start again from the beginning. Especially, if one wants to receive the vows purely into one’s being, one needs stable renunciation and wishing for emancipation in one’s being. Without this, it would be difficult to keep the vows in a stable manner. These days, it is as if we were just following the custom of taking monks or nuns vows, but it’s actually very rare that one thinks deeply about this and wishes, from the depths of one’s being, to ordain. I think many people must be wondering and talking about why I have not taken full ordination by now. From my side, the main thing is that if renunciation and wishing for emancipation has not truly arisen, the novice and full monks vows will not be based on this ethical conduct that longs for liberation, and it would be difficult for them to result in perfectly pure ethical conduct—though there must be some benefit in holding the vows anyway.
Further, these modern times are unlike times of the past. The previous eras of the past masters were different. These days, there are a lot of fluctuations, a lot of outer developments, and many inner and outer causes for distraction. Taking me as an example, not only do I have to think about Dharma, I have to be concerned with politics; I meet many different kinds and nationalities of people, and am involved in other avenues of learning. This creates a great deal of busyness and distraction. In truth, in such a situation, it is difficult have stable renunciation and a mind with the stable longing for liberation. And without these, it is difficult to hold the vows in a completely pure way. So I am trying to develop stable renunciation within my being. I am trying to develop a certain degree of true renunciation—it’s difficult to generate a really high level—but if I can develop a certain degree of renunciation, I feel that I will be able to receive the vows of individual liberation in a full and complete way. Then, at the time of death, if I can die with the support of ordination, I feel my mind would be at ease. This is the high hope that I hold for myself and the reason things have been as they are up to now.
In short, the main point I want to make is that the practice of the three foundational rituals are very important. In general, the Vinaya texts speak of many rituals, and these three foundational ones are critical. Some time ago, I thought that it would be excellent if we could perform these three foundational rituals properly and well. I did some thorough research into this. These days in our various monasteries, it seems that it would be difficult to assemble the conditions to perform them in a complete way. I think that if there were an institution that focused intently on the Vinaya, and if there were just one hundred monks who practiced the vinaya from the depths of their being, maybe we could do it. But in the monasteries these days, it would be difficult to perfectly perform the three foundational practices.
When we look at the source texts, all we see are all the things that aren’t right in what we do; we don’t see many examples of what we’re doing correctly. From one perspective, it must be that there is a large gap between our hopes and the way things actually are. We can wish for whatever we want, but that doesn’t mean that it will manifest in reality. We can do the best we can, but sometimes our wishes and the reality of the situation just seem to get farther and farther apart. We experience that difficulty at times. But in any case, if there were a Vinaya monastery where the Vinaya was practiced as it was done in the past, the tradition of the vows could be propagated and the three foundations could be practiced in an excellent and complete manner. This is actually indispensable. Previously, in Tibet, there were Vinaya monasteries like this. Likewise, in Chinese histories we see that this was so. In any case, my reason for sharing this is that we have striven to make the behavior and rituals of the Vinaya an important part of the Kagyu Monlam. I want to encourage you to continue to make effort here because conduct, and our increasing understanding of it, is one of the principal conditions causing the Monlam to go well. It is said that there is no aspect of conduct laid out by the Bhagavan Buddha that we are unable to perform; it just comes down to whether an individual is going to observe it or not.
The second point I want to make concerns some other important news from last year—that is, my requesting a meeting with Gyalwa Thaye Dorje. This was widely reported, and afterwards, I had an opportunity to clarify what happened. I’d like to take this opportunity to say more now. The main purpose for having the meeting was solely for the benefit of the teachings and beings. I am always working to this end. Generally, people say that I am Karmapa, a buddha, a bodhisattva. They say what they say, but when I look for myself, all I see is an ordinary being with afflictions and faults, not someone who is free of faults and endowed with all the qualities, as others think.
In any case, my wish to benefit the teachings and benefit beings has never waned, and at the very least, I pray that I will be able to benefit the teachings and beings not only in this lifetime but in all my lifetimes. In particular, for myself, I don’t have any confidence or basis to think that I will be born in a pure realm in the future, but whether I am born in the high realms as a god or human or whether I am born in the lower realms as a horse or donkey or such, no matter what, may I be able to remember The Three Jewels with faith and not forget my compassionate wishes for all my parent-sentient beings.
In particular, because of the good karma I have accumulated in the past, in this life I have been able to take birth as a servant of the teachings of the Kagyu lineage, the protectors of beings. Likewise, I have been able to receive the blessings of the lineage of the great Karmapas. Thus, I always think to myself that we must not let the blessings of the ocean of Kagyu siddhas weaken and that we should always keep the name of the buddha Karmapa in mind in all our lifetimes, never forgetting it. Please everyone pray that we can accomplish this.
At this time, I am in a retreat with only a very few people around me. My body and mind are not like they were before; I am in a period where I feel sad and discouraged. In particular, the thought of death and impermanence is arising strongly within me. Perhaps, from the perspective of a practitioner, developing the awareness of death and impermanence is good. But from another perspective, this is happening when I am not feeling particularly well in either body or mind. I can’t explain it clearly.
For a long time, no one has heard much about what I am doing, and there are many rumors and a lot of hearsay about it. We are all the same. No matter who we are, people say all sorts of things about us; they misunderstand or make up things. In my life, this has often happened from the time I was little until now. Such situations happen often to all of us. But the main thing is that because our own minds are not hidden from us, it is important for us to believe in ourselves. For me, as I said before, I intend to continue working for the sake of Buddhism and sentient beings.
To conclude, this 36th Kagyu Monlam has been gone very well; it has been excellent in the beginning, excellent in the middle, and excellent in the end. This is primarily thanks to the kindness of Goshir Gyaltsap Rinpoche, all the lamas and tulkus, and the ocean of the sangha. I would like to thank all of you. I pray that next year I will be able to come to the 37th Kagyu Monlam in person and serve with my body, speech, and mind. Thank you, everyone.

 

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